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Bedeutende Änderungen in der Gesetzgebung der EU und ihre Auswirkung auf den Betrieb von Groß- und Gewerbeküchen.

Um die globalen Emissionen, welche durch F-Gase verursacht werden (die sogenannten Kältemittel, die typischerweise beim Erhitzen und Kühlen, auch in der gewerblichen Kältetechnik verwendet werden) zu reduzieren, wurde im Jahre 2015 die F-Gas-Verordnung eingeführt. Diese ist Teil des europäischen Klima-Schutzprogramms, dessen Ziele in der EU Klimastrategie festgehalten wurden.

Die Agenda sieht eine Emissionsreduzierung durch einen schrittweisen Abbau bis zur vollständigen Vermeidung von Emissionen über den vereinbarten Zeitraum vor. Ziel ist, den Verbrauch der umweltschädlichen Gase zu reduzieren. Dazu werden die Rahmenbedingungen gesteckt, in der die Industrie diese Gase verwenden kann.

Seit dem Inkrafttreten der Verordnung, wird eine Reduzierung durch Verwendung von HFC (Fluorkohlenwasserstoffen) in Höhe von 79% bis 2030 angestrebt. Hersteller und Dienstleister, sowie Unternehmen und Betreiber sollen zur Einführung von Technologien mit umweltfreundlichen Kältemitteln und deutlich niedrigerem Emissionswerten, dem sog. GWP (Global Warming Potential), ermutigt werden.

Am 1. Januar 2020 traten große Änderungen in Kraft, die sich auf die Betreiber in den Bereichen Service und Wartung bestehender Kühlanlagen und die Verfügbarkeit von gleichwertigen Ersatzstoffen auswirken.

Be Ready 2020

True ist bestrebt, die Betreiber über die Gesetzgebung, sowie über die Rolle der Kältetechnik in Bezug auf Nachhaltigkeit und Umwelt aufzuklären. Wir alle haben eine Verantwortung im Kampf gegen die globale Erwärmung.

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Gesetze, die Kältetechnik betreffen

Strenge Regelungen für Kältemittel

Das Ziel der europäischen F-Gas-Verordnung bis 2030 ist klar: Kältemittelbedingte Treibhausgas-Emissionen müssen um den Faktor fünf reduziert werden. Durch die F-Gas-Verordnung werden Kältemittel mit hohem GWP (Global Warming Potential)* verboten. Die Menge der HFC**, die sich auf dem Markt befinden, wird schrittweise reduziert und ebenso ihr GWP gesenkt, welches über 15 Jahre von etwa 2.000 auf 400 fallen soll.

1987
Montreal: Verbot von FCKW (Fluorchlorkohlenwasserstoffe) und HFCKW (teilhalogenierte Fluorchlorkohlenwasserstoffe), welche die Ozonschicht abbauen bzw. zum Treibhauseffekt beitragen. Sie werden durch HFCs ersetzt (Fluorkohlenwasserstoffe), die eine geringere Auswirkung auf die Ozonschicht haben.
1997
Kyoto: 1997 Verbot von HFCs. Heute ist bekannt, dass diese Treibhausgase produzieren.
(100 bis 300 mal mehr als CO2!)
2006
Die EU übernimmt die Treibhausgasregulierung (F-Gas).
2015
Die europäische F-Gas-II-Verordnung beschleunigt die Reduzierung der Treibhausgasemissionen und verbietet schließlich HFCs, die noch auf dem Kältetechnikmarkt sind.
2020
Der Verkauf von neuen Geräten mit einem Kältemittelgas GWP größer als 2500 wurde verboten.
2022
Der Verkauf von neuen Geräten mit einem Kältemittelgas GWP größer als 150 wird am 1. Januar verboten.
2030
Die Verwendung von Kältemitteln für Service und Wartung von Geräten (zurückgewonnen, aufgearbeitet und/oder recycelt) mit einem GWP von mehr als 2500 wird am 1. Januar verboten.
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fiber_manual_record 2030

Die Auswirkungen auf Ihren Betrieb

Wenn Sie einen integrierten Gefrierschrank oder größere Kühlschränke besitzen, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass diese mit R404A betrieben werden.

Das Verbot von 2020 sieht Einschränkungen bei der Wartung solcher Geräte vor. Beispielsweise muss das Gas bei größeren Systemen regelmäßig nachgefüllt werden. Dies darf in Zukunft nur noch aus recyceltem Material erfolgen, eine Neuproduktion ist verboten. Techniker dürfen weiterhin Gas zum Nachfüllen von integrierten Einheiten verwenden (bis 2030), jedoch führt die insgesamt reduzierte Verfügbarkeit zu einem Preisanstieg des Gases.

Wenn sich das Gerät nicht mehr innerhalb des Garantiezeitraumes befindet, müssen Betreiber, aufgrund der explodierenden Gaspreise, mit höheren Wartungskosten rechnen.

Als Eigentümer von Geräten, die mit F-Gas arbeiten, sieht die Verordnung eine Reihe von juristischen Verantwortlichkeiten des Betreibers, in Bezug auf die Begrenzung des schädlichen Gasaustritts vor. Verstöße gegen diese Verpflichtungen können, je nach Schweregrad der Verletzung und der Region, in welcher sich der Betreiber befindet, zu Geldbußen und Strafen führen.

 

Ein wichtiger Hinweis

Bei verantwortungsbewusster Verwendung und ordnungsgemäßer Eindämmung sind F-Gase sicher. Die Reduzierung ist das zentrale Thema, wobei sich ihre Umweltauswirkungen ausschließlich auf ihre globalen Erwärmungseigenschaften beziehen, wenn sie in die Atmosphäre entweichen/freigesetzt werden.

R134a (GWP 1430)
R404A (GWP 3922)
Während R404A das Kühlgas ist, das typischerweise in größeren Kältesystemen und integrierten Gefriereinheiten vorkommt, ist R134a das HFKW, das für gewerbliche Kühlgeräte verwendet wird. Das Verbot dieses Gases steht zwar nicht so unmittelbar bevor, wird aber in Kürze, nämlich 2022, in Kraft treten.
R404A ist das heute in der gesamten EU am häufigsten verwendete Gas in der gewerblichen Kühlung, es ist häufig in Kälteanlagen (z.B. in Supermärkten) und in kleineren integrierten Kühltruhen zu finden. Aufgrund seines hohen GWP wurde der Verkauf neuer Kühlgeräte mit R404A, ab dem 1. Januar 2020 verboten.
Glossar

GHG: Kältemittel werden als Treibhausgase betrachtet.

tCO2e (metrische Tonne CO2-Äquivalent):
Maßeinheit für Kältemittelemissionen. Metrische Tonne CO2-Äquivalent
für ein Gas = Gasmenge x Erderwärmungspotential des Gases.

*GWP (Global Warming Potential): Indikator für die Strahlungseigenschaften eines Kältemittels.

**HFC (hydrofluorocarbons): Halogenverbindungsgase, die als Ersatz für ozonschichtabbauende Stoffe (FCKW) verwendet werden, aber zum Treibhauseffekt beitragen.

Das Risiko von Leckagen.

Das Prinzip eines Kühlschranks beruht auf der formverändernden Eigenschaft von Kältemitteln (von flüssig zu gasförmig und umgekehrt). Komprimiertes Gas bahnt sich seinen Weg durch die Spulen im Inneren des Kühlschranks. Es kühlt ab und absorbiert Energie, wodurch die Temperatur der Lebensmittel im Inneren gesenkt wird.

Obwohl Kältemittelkreisläufe auf ihre Dichte geprüft werden, kann selbst durch kleinste Leckagen Gas in die Umgebung entweichen. FCKW, welches bis 1987 im Einsatz war, wurde verboten nachdem entdeckt wurde, dass es extrem schädlich für die Gesundheit und die Ozonschicht ist. Aber es gibt ebenfalls ein großes Problem mit HFC, welches FCKW ersetzt hat: Der Treibhauseffekt ist bis zu 13.000 Mal höher als bei CO2.

Die Vorschriften machen alle Betreiber von Anlagen, die F-Gas enthalten, rechtlich dafür verantwortlich, Schritte zu unternehmen, um Gasaustritte aus ihren Anlagen zu verhindern.

Dazu gehören regelmäßige und routinemäßige Dichtheitskontrollen aller Systeme (mit Intervallen von vierteljährlich bis jährlich, je nach der Menge des Kältemittels im System). Dabei muss jedes entdeckte Leck so schnell wie möglich repariert und die Reparaturen nach einem Monat überprüft werden, um sicherzustellen, dass sie erfolgreich waren.

Alle Kosten für diese zusätzlichen Servicearbeiten müssen vom Betreiber getragen werden.

Die Betreiber sollten nur qualifiziertes Personal mit der Durchführung von Aufgaben im Zusammenhang mit F-Gas-Geräten beauftragen. Die Verordnung verlangt, dass jeder, der Anlagen mit HFKW-Kältemitteln wartet oder instandhält, über eine geeignete F-Gas-Zertifizierung verfügt.

Für Benutzer bedeutet das, dass die Zeit für die Rentabilität dieser älteren Kältemittel, die typischerweise in gewerblichen Kälteanlagen eingesetzt werden, immer kürzer wird. Glücklicherweise beeinflussen diese neuen Vorschriften auch die Gerätehersteller, indem sie neue technologische Lösungen fördern, welche nicht nur umweltfreundliche “natürliche Kältemittel”-Gase verwenden, sondern auch eine Reihe anderer Vorteile bieten.

Der Aufstieg der natürlichen Kältemittel für gewerbliche Anwendungen.

Was ist ein Kohlenwasserstoff-Kältemittel?

Kohlenwasserstoff-Kältemittel (HC) sind natürliche, ungiftige Gase, die keine ozonzerstörenden Eigenschaften und ein niedriges Treibhauspotenzial haben. Aus diesem Grund wurden sie als umweltfreundliche Nachfolger von Fluorkohlenwasserstoff-Kältemitteln (HFKW) für die gewerbliche Kühlung ausgewählt, nachdem sie viele Jahre lang in der Haushaltskühlung weit verbreitet waren.

Einer dieser Nachfolger ist R290, ein hoch veredeltes Propan, welches heute vielfach in gewerblichen Kühl- und Gefriergeräten verwendet wird und zusätzlich eine Reihe weiterer Vorteile bietet.

“HC ist der nächste Schritt, nicht nur in Bezug auf die Umweltverantwortung, sondern auch in Bezug auf bessere und effizientere gewerbliche Kühlgeräte.”

Bereits heute entscheiden sich vorausdenkende Betreiber, im Rahmen ihrer Nachhaltigkeitsziele für die HC-Kühlung in ihren Unternehmen, um Verantwortung für die Umwelt zu übernehmen und ihren Teil zur Reduzierung des Energieverbrauchs beizutragen.

Nutzen
Umweltschutz
Operativ
Das globale Erwärmungspotenzial (GWP) ist das relative Maß dafür, wie viel Wärme ein Treibhausgas in die Atmosphäre abgibt. R290 hat ein GWP von nur 3, eine massive Reduktion im Vergleich zu typischen HFC-Gasen. Es hat zudem NULL Ozon abbauende Eigenschaften (ODP).
Die thermodynamischen Eigenschaften von R290 sind denen von HFC weit überlegen. Mit einer etwa 90% größeren Wärmekapazität als R404A und einer niedrigeren Viskosität kann R290 Wärme schneller und in größeren Mengen absorbieren. Die führt zu einer schnelleren Temperaturrückgewinnung und, wenn mit neuesten energieeffizienten Komponenten genutzt, zu einem deutlich geringeren Energieverbrauch.

Wie sieht Ihr HFC Ausstiegsplan aus?

Die Vorschriften sind erlassen. Die Ausstiegsfristen stehen fest. Jetzt ist es an der Zeit, Ihre Kälteanlagen zu bewerten und die Auswirkungen auf Ihren Betrieb zu bestimmen.

Unabhängig vom F-Gas ist es eine gute Praxis, regelmäßige Audits durchzuführen und eine aktuelle Aufzeichnung der Kühlanlagen in Ihrem Besitz zu führen. Mit genauen Daten können Sie effektiv den Punkt bestimmen, an dem ein Austausch der Geräte sinnvoll ist.

Um die zusätzlichen Kosten und rechtlichen Verpflichtungen von F-Gas zu vermeiden und die Vorteile der HC-Kältetechnik zu nutzen, sollten alle vorhandenen, mit HFC-Gas betriebenen, Anlagen für einen Austausch in Betracht gezogen werden. Dies gilt besonders bei Geräten, welche den Garantiezeitraum überschritten haben, sich in einem schlechtem Zustand befinden und/oder mehr als 5 Jahre alt sind.

Sobald die Anlagen erfasst und die Informationen zusammengestellt sind, ist es möglich, den Energieverbrauch von Alt- und Neu-Geräten mit Hilfe von veröffentlichten Produktkennzeichnungen sowie Herstellerinformationen zu vergleichen.

Für bestehende ältere Produkte gibt es möglicherweise keine Kennzeichnung (eingeführt 2016), so dass es notwendig sein kann, sich für Informationen direkt an den Hersteller zu wenden. Bei älteren Geräten kann man davon ausgehen, dass ein heute verfügbares HC-Äquivalent mindestens 30% energieeffizienter ist, wenn nicht sogar ein wesentlich höherer Prozentsatz. In den letzten Jahren gab es einen wahren Innovationssprung auf diesem Gebiet.

Für Betreiber mit großen Grundstücken kann die Verwendung der energieeffizientesten Produkte einen enormen Einfluss auf die Gesamtkosten haben. Berücksichtigen Sie nicht nur die Anschaffungskosten der Ausrüstung, sondern auch die Betriebskosten über die gesamte Lebensdauer des Produkts, die ein Mehrfaches der Kapitalkosten des Produktkaufs ausmachen können.

Wichtige Informationen:
  1. Hersteller, Modellname, Serien- und Anlagennummern
  2. Verwendetes Kältemittel
  3. Alter der Geräte
  4. Status der Garantieabdeckung
  5. Zustand der Geräte (zuletzt PPM)
  6. Anzahl und Kosten der bisherigen Service-Einsätze

Der Aufstieg der natürlichen Kältemittel für gewerbliche Anwendungen.

Die Energielabels wurden im Juli 2016, unabhängig von der F-Gas Verordnung (aber mit ähnlichen Absichten) eingeführt und kennzeichnen gewerbliche Geräte. Bekannt sind die Energielabels aus dem Haushaltssektor und bei Geräten der Unterhaltungselektronik.

Die Gerätehersteller sind verpflichtet, diese Kennzeichnungen zu veröffentlichen. Damit wird ein Vergleich der Betriebskosten von Geräten möglich und Kunden können diese Informationen in ihre Kaufentscheidung einfließen lassen.

Mit Informationen über die Anlagen und den Etikettendaten für HC-Ersatzteile kann der Betreiber die Betriebskosten der Geräte bestimmen, indem er die auf dem Etikett angegebene kWh pro Jahr mit dem Preis für eine KWh multipliziert.

Ein weiterer Faktor, der bei der Bestimmung der tatsächlichen Betriebskosten des Produkts berücksichtigt werden sollte, ist die Länge und der Umfang der standardmäßig gewährten Garantie.

Energielabels sind auf den meisten gewerblichen Kühl- oder Gefrierschränken mit festen Türen zu finden, nicht aber auf Zubereitungstischen und Glastür-Geräten.

Hersteller & Modellname.
Effizienzklasse, von A+++ (maximal effizient) bis G. Jüngste Änderungen der Vorschriften bedeuten, dass Produkte mit der Bewertung F oder G nicht angeboten werden dürfen.
Energieverbrauch pro Jahr
Nutzbare Kühl-Kapazität
Nutzbare Gefrier-Kapazität
Die Klimaklasse bezieht sich auf die Umgebungsbedingungen, in denen der Test stattfindet. Die Klimaklasse 5 auf einem Etikett bestätigt, dass das Produkt unter den für viele Großküchen typischen "Schwerlastbedingungen" (40°/ 40% relative Luftfeuchtigkeit) ordnungsgemäß funktioniert. Klimaklasse 4 auf einem Etikett bedeutet, dass das Produkt nicht garantiert, in einer Umgebung über 30°C ordnungsgemäß zu funktionieren.

Für energie- und umweltbewusste Betreiber.

True begann bereits im Jahre 2007 erstmals mit der Erprobung von R290 HC.

Seitdem wurde im Rahmen unserer Initiative “Natürliche Kühlung” unser gesamtes Produktangebot neu entwickelt, und im Jahr 2020 werden wir den Übergang zur HC-Kühlung zu 100 % abschließen.

Als Ergebnis dieser Investition produziert True nun einige der energieeffizientesten gewerblichen Kühlgeräte, die derzeit auf dem Markt erhältlich sind.

Wir helfen den Betreibern, verantwortungsvoller mit der Umwelt umzugehen, Ziele zur Reduzierung des Energieverbrauchs zu erreichen, Betriebskosten einzusparen und sie mit einem besseren, zuverlässigeren Kühlprodukt zu versorgen.

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